Kuren in Deutschland

Es gibt vier Hauptgruppen von Heilbädern und Kurorten

Alle Heilbäder und Kurorte verfügen über spezielle Indikationen (Heilanzeigen), nach denen mit Beurteilung eigener Beschwerden, Leiden oder Krankheiten der entsprechende Aufenthalt ausgewählt werden kann. Bitte sprechen Sie wegen möglicher Kontraindikationen (Gegenanzeigen), unbedingt mit Ihrem Arzt, dem -wie schon vorne erwähnt - der Deutsche Bäderkalender mit ausführlichen Informationen über die verschiedenen Kurorttherapien vorliegt.

Heilanzeigen der Mineral- und Moorheilbäder

  • Herz-, Gefäß-, Kreislaufkrankheiten
  • Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane
  • Erkrankungen der Atemwege, Frauenkrankheiten
  • Magen-, Darm-, Leber- und Gallenwegserkrankungen sowie Stoffwechselstörungen
  • Erkrankungen im Kindesalter
  • Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege, Hautkrankheiten
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Augenerkrankungen
  • Allgemeine Schwächezustände, Rekonvaleszenz (Genesung)

Heilanzeigen der Heilklimatischen Kurorte

  • Erkrankungen der Atemwege
  • Herz-, Gefäß- und Kreislaufkrankheiten Hautkrankheiten
  • Funktionelle Readaptation (Rückanpassung), Rekonvaleszenz und Roborierung (Kräftigung)

Voraussetzung in Heilklimatischen Kurorten ist die nachgewiesene spezifische therapeutische Wirksamkeit des Ortsklimas sowie besondere Luftreinheit. Dazu kommen physikalische und/ oder chemische Reize, die Körperreaktionen auslösen und -funktionen beeinflussen. Das in Deutschland am häufigsten genutzte Klima ist das Mittelgebirgsklima, das meist zugleich Waldklima ist. Der Wald hat dabei eine natürliche Filterfunktion, die dafür sorgt, dass beispielsweise der Ozongehalt niedrig, die Wärmebelastung für den Körper ausgeglichener und geringer sind. Gerade Patienten mit schwereren Erkrankungen sollten speziell in der Phase der Rekonvaleszenz in diesem Klima behandelt werden.


Heilanzeigen der Seeheilbäder und der Seebäder

  • Erkrankungen der Atemwege
  • Herz- und Gefäßkrankheiten
  • Hautkrankheiten
  • Chronische Krankheiten der Bewegungsorgane
  • Frauenkrankheiten
  • Erkrankungen im Kindesalter
  • Allgemeine Schwächezustände und Rekonvaleszenz
  • Vegetative Dystonie (Fehlregulation des Nervensystems)

Die Behandlung in den Seeheilbädern und Seebädern, die sog. Thalassotherapie (Meeresheilbehandlung), unterscheidet sich von anderen Kurmaßnahmen dadurch, dass der Heilfaktor, nämlich das Seeklima, nicht konstant ist. Die Klimawirkung wird durch Jahreszeit und Witterung geprägt.

Die Wahl des Ortes durch den behandelnden Arzt bedeutet eine Vorentscheidung für die Reizstärke des Heilklimas. Diese ist am stärksten auf den Nordseeinseln, es folgen die Inseln im Wattenmeer, die Wattenmeerküste und die Ostsee. Durch die Oberflächengestalt der Seebäder und Seeheilbäder mit Strand, Dünen, Wald, Anlagen und Bebauung können die Klimafaktoren dosiert werden. Beim Strandaufenthalt an der See ist in den ersten Tagen immer Zurückhaltung geboten. Die Patienten sollten sich an die ärztlichen Empfehlungen halten. Die Klimafaktoren, vor allem die Sonnenstrahlung, müssen genau dosiert werden. Dabei werden ortsspezifische Kurmittel oft zur Unterstützung eingesetzt.

Heilanzeigen der Kneippheilbäder und Kneippkurorte

  • Herz- und Gefäßerkrankungen funktioneller und nicht entzündlicher organischer Natur mit Ausnahme stärkerer Ruhe-Dekompensationserscheinungen (Unausgeglichenheiten), Herzinfarktnachbehandlung, Blutdruckanomalien, Arteriosklerosen (Arterienverkalkungen), Venenerkrankungen und postthrombotische Zustände.
  • Vegetativ- nervale Funktionsstörungen, psychovegetative Syndrome (Fehlregulationen des vegetativen Nervensystems), psychosomatische Versagenszustände. Unterstützende Behandlung bei psychischen und neurologischen Erkrankungen.
  • Chronische Atemwegserkrankungen.
  • Organische und funktionelle Störungen und Restinsuffizienzen (mangelhafte Funktionen) der Verdauungsorgane (Magen, Darm, Leber, Gallenblase, insbesondere chronische Verstopfung [Obstipation]).
  • Erkrankungen der Bewegungsorgane (nicht-entzündlicher Gelenk und Muskelrheumatismus, Arthrosen und Wirbelsäulensyndrome).
  • Zustände nach Operationen aus den Bereichen der Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie.
  • Stoffwechselleiden (unterstützende Behandlung bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Fettsucht (Adipositas).
  • Abhärtung und allgemeine Leistungssteigerung, Vorsorgekuren bei Erkältungsanfälligkeit, vorzeitigen Verbrauchs- und Alterungserscheinungen.

Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) stellte - überzeugt von der Symbiose zwischen Mensch und Natur- seine Therapie des „ganzen Menschen" auf fünf Säulen: Wasser (Hydrotherapie), Bewegung (Kinesitherapie), ausgewogene Ernährung (Diätetik), Heilpflanzen (Phytotherapie) und eine bewusste Lebensführung (Ordnungstherapie und Psychohygiene). Sie regenerieren den Organismus und rufen die körpereigenen Heil- und Abwehrkräfte wach.

Mit freundlicher Unterstützung: Deutscher Heilbäderverband e.V
http://www.deutscher-heilbaederverband.de

Bilderquelle: Pixelquelle.de