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Wer sich der Insel Poel nicht auf eigenem Kiel nähert und in einer der drei
Marinas festmacht, muss den Brückendamm nutzen, um erdgebunden das verträumte
Eiland zu erreichen. Sobald der Inselgast die Breitling genannte Meerenge überquert
hat, empfangen ihn breite Schilfgürtel und Salzwiesen. Dahinter erstrecken
sich 37 Quadratkilometer grünes Land in die Ostsee.
Dritter im Bunde der Sportboothäfen ist die vor wenigen Jahren neu angelegte Marina zu Füßen des Timmendorfer Leuchtturms, dem Wahrzeichen der Insel. Im Sommer finden sich die meisten Inselgäste an den kilometerlangen Stränden von Gollwitz, Timmendorf, Hinter Wangern und dem Schwarzen Busch ein. Dort kann nicht nur gebadet, gefaulenzt und gespielt werden. Insbesondere am „jungen“ Strand von Timmendorf kann man Wasserski und Jet-Ski fahren, die zahlreichen Angebote der Tauchschule nutzen oder neue Trendsportarten wie z. B. das Kite-Surfen ausprobieren – bei flach abfallendem Strand und gutem Wind ein Vergnügen. Darüber hinaus lockt die Insel mit Kutschfahrten, Radtouren und einem vielfältigen Freizeitangebot – beginnend mit Kinderveranstaltungen über Ausstellungen und Feste bis zu Rockkonzerten auf der Freilichtbühne auf dem Schlosswallgelände.
Die zerstörte Backstein-Festung diente den Insulanern in der Zeit unter schwedischer Herrschaft als Steinbruch für ihre Wohnhäuser. Über die natürliche Schönheit hinaus ist die Insel Poel insbesondere für die außer-gewöhnlich wohlschmeckenden Poeler Krabben bekannt, die nördlich der Insel gefangen werden. Bekannte Unternehmen sind sowohl die Poeler Bootsbauer, die sich mit Hingabe der Restauration alter Schiffe widmen und die Norddeutsche Pflanzenzucht in Malchow, die seit über hundert Jahren die Entwicklung des Rapses befördert. Sehenswert: Alte Inselkirche und die Schlosswallanlagen,Heimatmuseum, Vogelschutzgebiet Langenwerder, Sonnenuntergänge am Timmendorfer Hafen
Mit freundlicher Unterstützung der Kurverwaltung Poel |
Die Slawen, die diese Region vor tausend Jahren zuerst besiedelt hatten, bezeichneten
die Insel als „Flaches Land“. Dabei ähnelt die Topographie
Poels viel mehr der sanften Dünung, die sich die Insel von der sie umgebenden
Ostsee abgeschaut haben dürfte. Die Insel in der Wismarbucht bietet dabei
alle Landschaftsformen an. Von den flach ansteigenden Stränden an Nord-
und Westküste über die Schutzwälder entlang der schroffen Steilwände
bis zum höchsten Punkt der Insel wechseln sich Senken und Hügel, Bauminseln
und eine Vielzahl von Weihern ab. Dazwischen leben in insgesamt fünfzehn
Örtchen knapp dreitausend Poeler. Dabei wohnt die Hälfte der Insulaner
im Zentralort Kirchdorf, der durch einen fjordartigen Meeresarm namens Kirchsee
direkt aus der Ostsee angesteuert werden kann und mit gleich zwei segelboot-tauglichen
Häfen aufwartet.
Von September bis März kommen vor allem Wanderer, Radfahrer, Reiter, Muschel-
und Bernsteinsammler, Vogelkundler und Naturliebhaber nach Poel und voll auf
ihre Kosten. Für die einen sind Strandausritte ein besonderes Urlaubserlebnis,
für andere Inselgäste die Entdeckung seltener Seevögel oder das
Beobachten des Rotwildes, dass weithin sichtbar über die Felder der Insel
streift. Hinzu kommen naturkundliche oder ornithologische Führungen. Ähnlich
wechselvoll wie Landschaft, Flora und Fauna ist auch die Geschichte des Eilandes,
das dank seiner strategisch vorteilhaften Lage vor der reichen Hansestadt Wismar
seit Jahrhunderten von diversen Kriegsherrn, Fürsten- und Königshäusern
abwechselnd besetzt wurde. Die romanisch-gotische Inselkirche, die im 13. Jahrhundert
errichtet wurde, war Teil der Poeler Festung, die im 30-jährigen Krieg
zerstört wurde.